kompletter Überblick zur AdA-Prüfung – IHK / Hwk

Inhalt dieser Seite

  • Die Ausbildereignungsprüfung ist durch die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) geregelt.
  • Für den Begriff Ausbildereignungsprüfung werden mehrere alternative Begriffe verwendet.
  • Müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um an der AdA-Prüfung teilzunehmen?
  • Die AdA-Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil (mit Wahlmöglicheit in der praktischen Prüfung).
  • Was passiert in der Schlussphase der Ausbildereignungsprüfung?
  • Wie schwer ist die Ausbildereignungsprüfung?
  • Vereinfachte Prüfungsvorbereitung
  • Beispiele für vermeintlich unwichtige Lerninhalte in der AdA-Prüfung.

Die Ausbildereignungsprüfung ist durch die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) geregelt

§ 30 (5) Berufbildungsgesetz (BBiG) verlangt, dass Ausbildende bzw. Ausbilder den Erwerb ihrer “berufs- und arbeitspädagogische Eignungnachweisen müssen und dass dies durch eine “Rechtsverordnung” geregelt wird.

Prüfungswissen: Detail-Infos zu den verschiedenen Arten der Eignungen

Die in § 30 (5) BBiG angesprochene Rechtsverordnung heißt “Ausbilder-Eignungsverordnung” (AEVO). Die aktuelle Version der AEVO gilt seit 2009.

Screenshot vom Inhaltsverzeichnis der Ausbilder-Eignungsverordnung

Nach § 4 (1) Ausbildereignungsverordnung (AEVO) muss die ‘Ausbildereignung’ durch eine Prüfung, nämlich durch die Ausbildereignungsprüfung, nachgewiesen werden.

Die Vorschriften der Ausbildereignungsverordnung gelten nicht für die Ausbildung im Bereich der freien Berufe, § 1 (2) AEVO. Zu den freien Berufen zählen zum Beispiel Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater.

Sofern der Prüfling die Ausbildereignungsprüfung besteht, erhält er eine Urkunde: den AdA-Schein bzw. Ausbilderschein.

Für den Begriff Ausbildereignungsprüfung werden mehrere alternative Begriffe verwendet

Symbol-Grafik für die Ausbildereignungsprüfung
  • Ausbildungseignungsprüfung
  • Ausbilder-Prüfung
  • AEVO-Prüfung
  • AdA-Prüfung (AdA = Ausbildung der Ausbilder)
  • AdA-Schein-Prüfung
  • Ausbilderschein-Prüfung

Die allermeisten der etwa 90.000 Prüflinge pro Jahr legen ihre AdA-Prüfung bei einer der 79 Industrie- und Handelskammern (IHK) ab. Der kleinere Teil der Prüflinge legt die AdA-Prüfung bei einer der 53 Handwerkskammern (HwK) ab.

Für die Auswahl der IHK beziehungsweise der HwK müssen Sie deren Zuständigkeitsregelungen beachten. – Detail-Infos zu zahlreichen IHKs

Müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um an der AdA-Prüfung teilzunehmen?

Nein. Schon seit mehreren Jahren gibt es keine Zugangsvoraussetzungen mehr, egal ob Sie die AdA-Prüfung bei einer IHK oder bei einer HwK ablegen.

  • Sie brauchen also zum Beispiel keinen Schulabschluss nachzuweisen.
  • Sie brauchen auch keine Berufausbildung abgeschlossen zu haben.
  • Es gibt auch keine altersmäßige Beschränkung mehr.
  • Auch die Teilnahme an einem AdA-Kurs ist nirgendwo vorgeschrieben.

Die Ausbildereignungsprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil

Symbolbild: schriftliche und mündliche Ausbildereignungsprüfung

Der schriftliche Teil der Ausbildereignungsprüfung soll drei Stunden dauern, § 4 (2) AEVO. Diese Zeitvorgabe ist für die allermeisten Prüflinge völlig ausreichend.

Fachwirte mit einem entsprechenden Vermerk auf der Fachwirt-Urkunde sind vom schriftlichen Teil der Ausbildereignungsprüfung befreit. Allerdings kommt es auch darauf an, wie viele Jahre zwischen der Fachwirt-Prüfung und der Ausbildereignungsprüfung liegen. – Detail-Infos zur Ausbildereignungsprüfung für Fachwirte.

Ein Teil der Inhalte, die bei der schriftlichen Prüfung abgefragt werden, sind auch Gegenstand der praktischen Prüfung.

Der praktische Teil der Ausbildereignungsprüfung darf höchstens 30 Minuten dauern, § 4 (3) AEVO. –

Die Prüfung ist bestanden, wenn sowohl die schriftliche Prüfung als auch die praktische Prüfung mit mindestens ‘ausreichend’ bewertet wurden.

Ein nicht bestandener Prüfungsteil kann zweimal wiederholt werden, es sind also jeweils drei ‘Anläufe’ möglich, § 4 (1) AEVO.

Sofern ein Prüfling die AdA-Prüfung nicht bestanden hat, betrifft es in den allermeisten Fällen den praktischen Prüfungsteil.

Hier finden Sie alle weiteren Infos,

Was passiert in der Schlussphase der AdA-Prüfung?

Symbolbild: Bewertung des praktischen Teils Ihrer Ausbildereignungsprüfung

Im Anschluss an das Fachgespräch werden Sie gebeten, den Prüfungsraum zu verlassen. Jetzt beraten die Prüfer das Ergebnis des praktischen Teils Ihrer AdA-Prüfung.

Ihr Unterweisungsentwurf darf übrigens nicht bewertet werden. Leider haben sich zahlreiche IHKs und HwKs jahrelang nicht an diese zwingende Regelung gehalten! – Infos zum Unterweisungsentwurf 

Über die Bewertung Ihres praktischen Prüfungsteils erstellt der Prüfungsausschuss ein detailliertes Prüfungsprotokoll.

Sie haben übrigens das Recht, das Prüfungsprotokoll nach Anforderung einzusehen. – Sonderfall: IHK rückt das Prüfungsprotokoll nicht raus.

Nach dem Abstimmungsgespräch der Prüfungskommission werden Sie wieder in den Prüfungsraum gebeten.

Manchmal gibt noch einen kleinen Small-talk, zum Beispiel mit der Frage an den Prüfling: “Wie schätzen Sie denn Ihre heutige Leistung selber sein?” Anschließend verkündet der Prüfungsausschussvorsitzende das Ergebnis Ihres praktischen Prüfungsteils.

In vielen Fällen erfährt der Prüfling auch erst jetzt das Ergebnis seines schriftlichen Prüfungsteils. – Es gibt IHKs, bei denen die Prüflinge das Ergebnis ihrer schriftlichen Prüfung allerdings schon kurz nach Ende der schriftlichen Ausbilder-Prüfung erfahren.

Die Prüfer gratulieren Ihnen zu Ihrer bestandenen Prüfung.

Sie erhalten zunächst nur ein inoffizielles Papier, in dem festgehalten ist, dass und auch mit welchen Ergebnissen Sie die Ausbilder-Prüfung bestanden haben. – Ganz wenige der so genannten zuständigen Stellen (IHK bzw. HWK) haben die beiden AdA-Scheine schon so vorbereitet, dass der Prüfungsausschuss nur noch die Prozentzahlen und die Noten des praktischen Prüfungsteils eintragen muss. Im Normalfall werden die beiden Varianten des AdA-Scheins einige Tage später auf dem Postweg zugestellt.

Detail-Infos zu den zwei Varianten des AdA-Scheins

Nur in ungefähr jedem siebten oder achten Fall teilt die Prüfungskommission dem Prüfling mit, dass er die Ausbilder-Prüfung leider nicht bestanden hat. Der Grund hierfür liegt in fast allen Fällen im praktischen Prüfungsteil.

Wie schwer ist die AdA-Prüfung?

Symbolbild für Wiederholungsprüfung

Lassen Sie sich nicht von einigen Kommentaren im Internet in die Irre führen, die besagen, dass die AdA-Prüfung ganz einfach sei! Für einzelne Prüflinge kann das tatsächlich so gewesen sein, aber im Normalfall gilt auch hier: “Ohne Fleiß kein Preis!” – Die IHKs und HwKs würden sich andernfalls lächerlich machen!

Die Menge der Lerninhalte, die in den AdA-Prüfungen abgefragt werden könnte, ist ziemlich groß. – Wie auch bei anderen Prüfungen müssen Sie viel mehr lernen, als in der Prüfung dann tatsächlich abgefragt wird. Insofern müssen Sie auch für die Ausbilder-Prüfung viele vermeintlich ‘unnötigen’ Inhalte lernen.

Manche Inhalte erscheinen auf den ersten Blick sogar als unwichtig, werden aber tatsächlich abgefragt.

Die Prüfungsmenge ist immer deutlich geringer, als die Menge, die abgefragt werden könnte.

Auch wichtig: Welche der BBiG-Neuerungen von 2020 wirken sich auf die Ausbilder-Prüfung aus?

Obwohl bei der schriftlichen Prüfung so genannte handlungsorientierte Aufgaben zu lösen sind, ist sie speziell bei den IHKs nicht sonderlich schwer, weil die Fragen im Ankreuzverfahren zu beantworten sind. Das bedeutet, dass Sie ‘nur’ die richtigen Lösungsalternativen anzukreuzen brauchen. – Erfahrungsgemäß ist deshalb ein Durchfallen in der schriftlichen Ausbilder-Prüfung bei den IHKs kaum möglich, sofern Sie deutsch formulierte Texte gut verstehen.

Bei den Handwerkskammern müssen die schriftlichen Prüfungsfragen allerdings mit eigenen Formulierungen beantwortet werden. Das ist deutlich schwieriger.

Der weitaus größte Teil der Prüflinge schafft die Ausbilder-Prüfung im ‘ersten Anlauf’!

Anders als bei der schriftlichen Prüfung liegen die Ergebnisse bei der praktischen Ausbilder-Prüfung weit auseinander:

  • Sofern man die Ausbilder-Prüfung (insgesamt) nicht besteht, dann wegen des praktischen Teils!
  • Andererseits kann man im praktischen Prüfungsteil sogar die Note “Sehr gut” erhalten! Das ist erfahrungsgemäß beim schriftlichen Prüfungsteil eher unwahrscheinlich.

Prüfer können speziell im praktischen Teil herausfinden, wie gut sich ein Prüfling vorbereitet hat oder wie gut das betreffende AdA-Seminar war, an dem dieser Ausbilder teilgenommen hatte …

Weil der praktische Prüfungsteil in seiner Schwierigkeit häufig unterschätzt wird, biete ich im Rahmen meines AEVO-OnlineKurses speziell hierfür das einzeln buchbare Aufbau-Modul an.

Obwohl das Bestehen der Ausbilder-Prüfung aus rechtlicher Sicht völlig ausreicht, erreichen einige Kursteilnehmer sogar ganz tolle Prüfungs-Ergebnisse. Hier die Abbildung des AdA-Scheins einer meiner Seminar-Teilnehmerinnen:

Ausbilderschein mit gut und sehr gut

Vereinfachte Prüfungsvorbereitung

460 Bewertungen zur AEVO-Lernkartei

Beispiele für vermeintlich unwichtige Lerninhalte in der Ausbilder-Prüfung

Könnten Sie – in Ihrer derzeitigen Vorbereitung-Phase – schon folgende Fragen beantworten?

  • Wie werden die Mitglieder des Prüfungsausschusses ‘bezahlt’?
  • Inwieweit kann die Ausbildung auch außerhalb Deutschlands durchgeführt werden?
  • Welche Bedeutung haben ‘Ausbildungsbegleitende Hilfen’ (abH)?
verkleinerte Abbildung der Lernkarten 21, 52, 85

Hier kommen Sie zu den Antwort-Mustern.